Pausenbrot
Wenn ich jeweils die Mütter beobachte, wie sie das aufgeweichte Brot, das ihre Sprösslinge nach zweiminütigem Lutschen wieder raussabbern, sich selbst in den Mund schieben, kriege ich einen Würgereiz.
Nun habe ich gerade festgestellt: Sogar das von mir selbst aufgeweichte Brot „wiederzukäuen“ ist widerlich.
Ist das nicht eine tolle Erkenntnis? Ich möchte euch meine Erfahrung natürlich nicht vorenthalten. Also, normalerweise macht unser ganzes Büro zusammen um halb zehn Pause. Da ich heute jedoch genau um diese Zeit an eine Sitzung musste, zog ich die Pause vor und ass mein Brötchen quasi während dem Arbeiten. Es ist klar, dass just in dem Moment, als ich ein schön grosses Stück abbiss, das Telefon klingelte. Man kennt das Problem ja: Je schneller man ein Stück Brot runterschlucken will, umso trockener wird der Hals und widerspenstig gebärt sich der Brocken. Was also ist die Alternative? Genau: raus damit und beiseite gelegt. Wobei ich letzteres eigentlich nie tue und ich nicht genau weiss, was in mich gefahren ist. Item. Es kam, wie es kommen musste: Ich habe das Gespräch beendet und den bereits immerhin nur leicht vorgekauten Bissen wieder reingestopft. Es war einfach eklig. Es war feucht und kalt und breiig. Es war einfach so, wie ein Pausenbrot nicht sein sollte.
Ich möchte noch anfügen, dass ich ein Büro für mich alleine habe, so dass niemand mein ekliges Manöver beobachten konnte musste.
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