Up-Date vom 20.2.2006:
Die
Fotos sind nun online!
Schneeschuhtour vom 18./19. Februar 2006 mit
HöhenfieberEigentlich sollte uns die Tour über die Lobhornhütte nach Sulegg führen, wegen des vielen Schnees wurde die Tour dann verlegt.
Samstagmorgen, 6.30 klingelt der Wecker. Ich schaue aus dem Fenster, es schneit, grosse nasse Schneeflocken. Es macht mich nicht sonderlich an, da raus zu gehen... Das Wetter wird Richtung Interlaken auch nicht besser, dicke dunkelgraue Wolken hängen über den Bergen. Hoffnungsvoll frage ich Stef, ob Höhenfieber nicht vielleicht doch noch per SMS eine Absage geschickt hat. Er verneint und ich überlege, ob ich einfach im Zug sitzen bleiben und nach Bern zurückfahren soll. Ich entscheide mich anders und steige aus; es regnet. Vor dem Bahnhof erwartet uns Peter Trachsel, der Bergführer; ein paar andere höhenfiebrige sind auch schon da. Wir verteilen Pellatidosen, Milch, Orangensaft, Honig, Müesli, Spaghetti, 2 Flachen Rotwein und ein paar weitere «Kleinigkeiten» auf die verschiedenen Rucksäcke. Dann geht es per Taxi weiter nach Habkern. Dort beginnt unser Marsch, also Schneeschuhe an- und das Barryvox umgeschnallt und los geht's! Es hat aufgehört zu schneien. 600 Höhenmeter sind heute zu bewältigen. Nach einer Stunde muss die Wanderung wegen eines Schwächeanfalls meinerseits (zu wenig gefrühstückt? zu schneller Aufstieg? zu warm angezogen? ...) kurz gestoppt werden. Nach zwei Traubenzuckern (Merci nochmals, Oliver und Tanja) kann's weitergehen. Die Wolken lichten sich, man kann die Sonne schon ein wenig sehen! Peter macht uns immer wieder auf Wildtierspuren oder manchmal auch deren Besitzer aufmerksam. Wir haben eine Herde Gemsen gesehen (Beneidenswert, wie leichtfüssig diese Tiere einen steilen Berg hinaufhüpfen...), einen Hirsch und zwei Adler.
Kurz vor vier kommen wir bei der Hohganthütte an. Sie liegt toll, inmitten eines kleinen Waldes.
Zuerst feuert Peter die Holzöfen ein, einen in der Küche - damit wir aus Schnee mit der Zeit einen heissen Tee produzieren können - und einen im «Wohnzimmer». Wir drängen uns im Halbkreis um den Wärmespender.
Ich muss mal. Ach ja, das Klo befindet sich ca. 150 m von der Hütte entfernt, sehr romantisch gelegen. Inzwischen bläst jedoch ein kräftiger Wind um die Hütte. Das heisst: Skihose und -jacke sowie Schneeschuhe montieren und raus in die Kälte. Ich versichere euch: Unter diesen Umständen teilt man sich seine Pinkeltouren sehr genau ein und überlegt sich genau, wie viele Schlucken Bier und Kaffee man trinken will...
Zum Abendessen gibt's Spaghetti mit Tomatensauce, Salat und Guetzli zum Dessert (Wissen wir nun eigentlich, wo die Aperosalznüsse geblieben sind?). Um halb zehn liegen wir i
n den Federn (schön wärs) unter den Wolldecken.
Sonntagmorgen, 7.45, Peter weckt uns rechzeitig zu einem wunderschönen Sonnenaufgang. Das Frühstück steht bereits auf dem Tisch, mmmmh. Ich haue rein.
Nachdem wir die Hütte gereinigt haben, geht es los Richtung Kemmeribodenbad. Wir wandern durch tiefverschneite Landschaften, rutschen Hügel hinunter und schlängeln uns durch Wälder.
Gegen Mittag machen wir halt. Peter gibt uns einen Lawinen-Crashkurs und eine Einführung in den Gebrauch der LVS (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät); schliesslich trugen wir alle so ein Gerät seit einem Tag auf uns; ich jedenfalls hätte keine Ahnung gehabt, wie das Ding Hand zu haben ist und fand die Erklärungen sehr interessant. Ein Gerät wird vergraben und jedeR kann mal versuchen, es wieder zu finden. Das ist gar nicht so einfach!
Wir verlassen das Übungsgelände und marschieren in einer Stunde nach Kemmeribodenbad, wo uns eine riesige Portion Meringues und gschwungni Nidle erwartet.
Um halb fünf sind wir wieder zu Hause; ich bin kaputt. Ich schaff's gerade noch ein Risotto zu kochen; zu diesem Zeitpukt döst Stef bereits auf dem Sofa.
Nach dem Essen zappen wir lustlos durch die TV-Kanäle. Nirgends wird etwas erfreuliches gezeigt: Vogelgrippe, Mohamedkarikaturen: Ist die Zeit stehen geblieben? Ich habe keine Lust, mir ein tolles Wochenende mit solchem Mist gleich wieder verderben zu lassen und gehe ins Bett (es ist halb neuen). Morgen ist noch genügend Zeit, sich wieder mit dem Alltag auseinander zu setzen.